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Mitten durch Jakobsberg führte eine schmale Straße, gesäumt von alten Häusern, Blumengärten und einem großen, knorrigen Baum. Genau dieser Baum steht  am Rand der Straße, ein wenig schief gewachsen, als hätte er schon unzählige Geschichten erlebt. In seinem dicken Stamm, hinter einer winzigen Tür, lebte der Wichtel Lorin.

Lorin war kaum größer als eine Kinderhand, mit leuchtend grünen Augen und einer Mütze, die ihm ständig über die Stirn rutschte. Den ganzen Tag beobachtete er das Dorfleben: Kinder, die lachend zur Schule liefen, Nachbarn, die miteinander plauderten, und ab und zu ein knatterndes Auto, das vorsichtig durch die enge Straße fuhr.

Die Dorfbewohner wussten nichts von ihm – doch Lorin kannte sie alle. Zwar fragten sich viele was es mit der kleinen Tür am Fuße des Baumes auf sich hatte, aber da sie sich nicht öffnen lies, verlor man bald das Interesse daran. Zum Öffnen konnte nämlich nur Lorin seinen Daumen auflegen und die Tür sprang auf.

Eines Abends zog ein heftiger Sturm über das Dorf. Der Wind pfiff zwischen den Häusern hindurch, die Fensterläden klapperten, und der Regen peitschte auf die Straße. Lorin saß gerade gemütlich in seinem Baum, als plötzlich ein lautes Krachen zu hören war.

Ein alter Ast seines Baumes war abgebrochen und auf die Straße gefallen.

„Oh nein…“, murmelte Lorin und sah hinaus. Genau in diesem Moment näherte sich ein Auto, dessen Scheinwerfer durch den Regen schnitten. Der Fahrer konnte den Ast kaum sehen!

Ohne zu zögern schnappte sich Lorin seine kleine Laterne und rannte hinaus in den Sturm. Der Wind war so stark, dass er fast umgeworfen wurde, doch er kämpfte sich bis zur Mitte der Straße.

Er schwenkte seine Laterne so wild er konnte.

Das Auto wurde langsamer… langsamer… und kam schließlich gerade noch rechtzeitig zum Stehen.

Der Fahrer stieg aus, sah den großen Ast und schüttelte ungläubig den Kopf. „Das war knapp…“

Während nach und nach Licht in den Häusern anging und einige Dorfbewohner herauskamen, um zu helfen, huschte Lorin unbemerkt zurück zu seinem Baum. Gemeinsam räumten die Menschen den Ast von der Straße. Niemand wusste, warum das Auto rechtzeitig angehalten hatte.

Am nächsten Morgen war der Sturm vorbei. Die Sonne schien wieder auf das kleine Dorf, und die Straße war ruhig wie eh und je.

Vor seiner kleinen Tür entdeckte Lorin etwas Glänzendes: eine winzige Murmel, die wohl einem der Dorfkinder gehörte und verloren gegangen war. Der Sturm hatte Sie genau vor seine Tür gerollt.  Lorin hob sie auf, lächelte und setzte seine schiefe Mütze zurecht.

Er war nur ein kleiner Wichtel der in einem alten Baum wohnte – doch manchmal reichte genau das, um Großes zu bewirken.

 

Geschichte mit KI bearbeitet

Geschichte und Foto: Alexandra Kröger

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