St. Jakobuskirche

Romanik trifft auf Gotik: die St. Jakobuskirche
Die Jakobsberger Kirche gehört zu den ältesten im Kreis Höxter. Sie setzt sich aus einem romanischen und einem gotischen Teil zusammen.
Stolz erhebt sich die Pfarrkirche St. Jakobus d. Älteren in exponierter Lage über die Ortschaft Jakobsberg. Ihre besondere und raumprägende Position lässt erahnen, dass die Kirche eine lange und bedeutungsvolle Geschichte vorzuweisen hat. Diese beginnt im Jahr 1190, als der ältere romanische Teil des Gebäudes im damals noch genannten Haddenberg Ort errichtet wurde. Die Datierung der Kirche ist Ergebnis einer dendrochronologischen Untersuchung der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen aus dem Jahr 2012.
Da es im Mittelalter eine immer größer werdende Pilgerschaft zu dem wenig gefahrvollen Wallfahrtsort Jakobsberg zieht, bedarf es neben der Gründung einer beherbergenden Schützenbruderschaft auch eine größere Kirche. Aus diesem Grund wird St. Jakobus um 1480 um einen gotischen Teil erweitert. Als mit der Reformation der Andrang der Pilgerschaft abnimmt, verliert auch die Kirche mehr und mehr an Bedeutung.
Einst waren die Wände farbig
Bis heute ist St. Jakobus in seiner Grundstruktur erhalten geblieben. An dem romanischen zweiwöchigen Langhaus schließt im Osten der höher gelegene gotische Chor mit polygonalem Abschluss an. Die Saalkirche gliedert sich im oberen Bereich durch Sternrippengewölbe auf Konsolen sowie im unteren durch ein Kreuzgratgewölbe.
Die spitzbogigen Maßwerkfenster erhellen den gotischen Teil und setzen sich damit deutlich von dem mit kleinen Halbrund-Fenstern ausgestatteten romanischen Teil ab. Der im Westen anschließende Turm um 1200 ist auf quadratischem Grund gebaut und verfügt neben Biforien-Fenstern in den oberen Geschossen der Glocken ebenfalls über sehr klein ausgeführte Fenster in den unteren Geschossen.
Bis es zu Beginn des 20. Jahrhunderts zumÜberdecken des Chorraumes mit einem Gewölbe kam, waren dessen Innenwände vermutlich farbig gefasst. Unklar ist bisher noch, ob diese Gestaltung sogar aus der Bauzeit der Kirche stammt. Ein weiteres besonders Merkmal der Kirche ist ein weiteres Geschoss über dem Schiff der Kirche. Dieser diente vermutlich lange Zeit als Speicher und war ursprünglich auch mit einem schmalen Schlitzfenster versehen.
Reliquien des Heiligen Don Bosco
Geweiht ist die Kirche dem Heiligen Jakobus dem Älteren. Der Legende nach sei dieser Im Mittelalter einem Hirten in der Kirche in Jakobsberg erschienen. Heute erinnert die in einer Nische platzierte Büste des Jakobus an dessen Patrozinium. In Pilgertracht und mit Pilgerstab ausgestattet erscheint Jakobus hier selbst als Pilger. Die Jakobs-Muschel, die er ebenfalls bei sich trägt, diente den Pilgern sowohl als Talisman als auch als Trinkschale und kann hier als Attribut betrachtet werden.
Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts werden darüber hinaus Reliquien des Heiligen Jakobus und des Heiligen Don Bosco in einem in der Wand eingelassenen Reliquiar an der linken Chorseite aufbewahrt.
Wichtige weitere Ausstattungsobjekte sind die Büste des Heiligen Laurentius und des Heiligen Augustinus. Beide Figuren stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Märtyrer Laurentius ist mit dem glühenden Eisenrost dargestellt, auf welchem er den Feuertod erlitt.
Der Kirchenvater Augustinus trägt ein in Flammen stehendes Herz in seiner Hand als Ausdruck seiner Gottesliebe. Die hauptsächlich in den Farben Rot, Gold, Blau und Weiß realisierten Figuren kennzeichnen sich durch ihre harmonische und abgestimmte Farbgebung und eine individuelle Mimik und Gestik. Obwohl alle Figuren nachträglich zur Ausstattung hinzugefügt wurden, vereint sie zurückhaltende Schlichtheit, die sich in Gesamtkonzept der Kirche eingliedert.
Auch wenn es aus heutiger Sicht schwer nachzuvollziehen ist, was es bedeutet, nach einer langen mühseligen Reise endlich das Ziel, ein steinernes Gotteshaus, zu erreichen, lässt sich abschließend festhalten, dass die historischen Gemäuer der Pfarrkirche St. Jakobus d. Älteren in Jakobsberg mit ihrer dezenten, aber beeindruckenden Architektur, wohl sicherlich ein ehrwürdiges Ziel der Pilgerschaft waren.
M. Baudis